Vorratsmilben

Über die Unterscheidung von Vorratsmilben und Haussatubmilben

Neben den Hausstaubmilben spielen für Allergiker die Vorratsmilben auch eine wichtige Rolle.

Zu den Vorratsmilben zählen die zwei Familien Glycyphagidae und Acaridae.

Die bekanntesten Vorratsmilben sind Acarus siro, Lepidoglyphus destructor und Tyrophagus putrescentiae.

Wo kommen Vorratsmilben vor?

Die Vorratsmilben sind überwiegend im landwirtschaftlichen Bereich zu finden.

Für Personen, die im landwirtschaftlichen Bereich tätig sind, stellen die Vorratsmilben die größte Allergenquelle dar.

 

In ländlichen Gebieten spielen die Vorratsmilben wie z.B. Acarus siro eine wichtige Rolle.

Die Vorratsmilben ernähren sich von Schimmelpizen wie z.B. Alternaria tenuis (alternata).

 

Vorratsmilben konnten allerdings auch in städtischen Wohnungen nachgewiesen werden.

Die Vorratsmilben spielen auch eine wichtige Rolle bei der Tierallergie, denn Tiere wie z.B. Pferde, können auch wie der Mensch allergische Reaktionen zeigen.

So sind die Pferde nicht auf das Stroh allergisch, sondern auf die im Stroh vorkommenden Vorratsmilben.

Auch in Tierfutter konnten Vorratsmilben nachgewiesen werden.

Insgesamt sind 25,5% der Atopiker gegen Vorratsmilben sensibilisiert.

Bei Verdacht auf eine Vorratsmilbenallergie sollte immer auch die Sensibilisierung auf Schimmelpilze wie z.B. Alternaria tenuis und Cldosporium herbarum angedacht werden.

Auch dann, wenn man die entsprechenden diagnostischen Tests, wie In-vivo und In-vitro, durchführt.

Das muss gemacht werden, um eine eventuell vorliegende Allergie auf die Schimmelpilze auszuschließen.

Kreuzreaktion zwischen Vorratsmilben und Hausstaubmilben

 

Zwischen den Hausstaubmilben und den Vorratsmilben Acarus siro, Lepidoglyphus destructor, Tyropagus putrescentiae und Glycyphagus domesticus liegt keine Kreuzreaktion vor, d.h. sie haben keine gemeinsame Allergene.

 

Wenn Patienten sowohl auf die Hausstaubmilben als auch auf die Vorratsmilben sensibilisiert sind bzw. allergisch reagieren, dann liegt eine unabhängige Sensibilisierung vor.

 

Die spezifische IgE Messung und IgE EAST

Dr. Wahl konnte dazu eine interessante Beobachtung machen, wobei er den spezifischen IgE Allergenscheiben ELISA (Enzym Linked Immuno Assay) einsetzte.

Dr. Wahl maß Seren von Dermatophagoides pteronyssinus sensibilisierten Patienten mit den Allergenscheiben der Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus und der Vorratsmilbe Acarus siro mit dem spezifischen IgE EAST.

 

Im Haut-Prick-Test zeigten die Patienten, von denen das Serum gewonnen wurde, ein positives Ergebnis auf Dermatophagoides pteronyssinus bzw. Acarus siro auf.

Die Vorratsmilben Glycyphagus domesticus und Tyrophagus putrescentiae scheinen aus allergologischer Sicht in einem engeren Zusammenhang zu stehen, als zu der Vorratsmilbe Acarus siro, was Untersuchungen zeigten.

Er setzte Acarus siro Allergenscheiben für seine Untersuchungen ein.

 

Die ermittelten Allergenklassen, die bei der spezifischen IgE Messung der Seren mit  den Dermatophagides pteronyssinus- und Acarus siro Allergenscheiben im EAST gemessen wurden, wurden mit einander verglichen.

Es wurde der Vergleich beurteilt Klasse 0 (negativ) und Klasse größer gleich 1 (positiv), d.h. wie lag  bei der spezifischen IgE Messung Dermatophagoides pteronyssinus zu Acarus siro die Übereinstimmung in den positiven und negativen Allergenklassen.

Seren von 34 Dermatophagoides pteronyssinus und 13 Acarus siro sensibilisierten Patienten wurden gemessen.

Bei den Hausstaubmilben sensibilisierten Patienten wurden 47,5% auch positiv mit der Vorratsmilbenallergenscheibe Acarus siro erfasst.

 

Da es zwischen den Hausstaub- und Vorratsmilben keine Kreuzreaktivität gibt, liegt hier eine Cosensibilisierung zwischen Dermatophagoides pteronyssinus und Acarus siro vor.

Bei den Acarus siro sensibilisierten Patienten waren 92,3% auch auf die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus sensibilisiert.

 

Allergiker mit Sensibilisierung auf Vorratsmilben sollten auch auf Hausstaubmilben testen

Auf Grund der mangelnden Kreuzreaktivität gilt, dass eine Cosensibilisierung zwischen Acarus siro und Dermatophagoides pteronyssinus vorliegt.

 

Deshalb müssen Vorratsmilben sensibilisierte Patienten unbedingt auch auf die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus hin mit getestet werden, d.h. sowohl im Haut Prick Test als auch im spezifischen IgE EAST.

 

Bei Vorratsmilben sensibilisierten/allergischen Patienten scheint eine Cosensibilisierung zur Haustaubmilbe sehr wahrscheinlich zu sein, umgekehrt wohl nicht so sehr.

Aber beiden Milben (Hausstaub- und Vorratsmilben) ist gemeinsam, dass sie durch Acarizide abgetötet werden.

 

Auch wenn die meisten Vorratsmilben in den ländlichen Gebieten vorkommen, konnte Acarus siro auch oft in Stadtwohnungen detektiert werden. Die in die Untersuchungen eingegangenen Seren stammten alle aus Haushalten in der Stadt Essen (Nordrhein Westfalen), also nicht aus ländlichen Gebieten.

 

In Neubauten kommen sie nicht so häufig vor wie in älteren Bauten, da in Neubauten häufig noch die Nahrungsquelle, Hautschuppen, fehlt.

Sie sammeln sich erst mit der Zeit an, wenn der Mensch eingezogen sind und etwas länger darin wohnen und sich so auch Hautschuppen als Nahrungsquelle für die Milben angesammelt haben.

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