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Pollenallergie

Pollen und was dazu gehört.


Die Pollen, hier besonders die der Gräser, der Bäume sowie auch der Kräuter sind sehr große Verursacher von allergischen Erkrankungen bei entsprechend disponierten Personen.


Eine Polle ist eine Zelle mit männlichem Erbgut, die für die Fortpflanzung der Samenpflanzen verantwortlich ist. Sie wird von einer Pflanze freigesetzt und durch Insekten oder den Wind auf eine andere Pflanze übertragen.


Die Partikelgröße der Polle liegt bei >10µm.(1 Mikrometer = 10 hoch -6 Meter).

Neben den Hausstaubmilben wie Dermatophagoides pteronyssinus sind die Pollen die größten Allergieverursacher beim Menschen.


Es sind die Pollen der grünen Pflanzen. Allergien auf Blumenpollen, Pollen der bunten Pflanzen, sind eher selten.

Wenn, dann kommen sie bei Floristen und Gärtnern vor, die im direkten Kontakt zu den Blumen und somit auch zu den Pollen der Pflanzen sind.

Nadelbäume sind ebenfalls weit verbreitete Pollenlieferanten, die aber nur schwach oder gar nicht allergen sind.


Zu den Gräsern gehören z.B. Wiesenlieschgras (Phleum pratense), Dactilis glomerata, Lolium perenne etc. aber auch die Roggenpollen, die wie die anderen Gräser zur botanischen Gruppe der Süßgräser zählen. Hier spricht man von einer Kreuzreaktion zwischen Roggen- und Gräserpollen.


Bei den Baumpollen sind die Birke, Erle und Hasel als wichtigste Allergieauslöser zu nennen und auch noch die Esche, wobei die Esche zur botanischen Gruppe der Oleacaen und die der Birke, Erle und Hasel der Betulacaen angehören.

Die Buche und Eiche nehmen eher eine untergeordnete Rolle beim allergischen Geschehen ein.


Bei den Kräutern sind es die Pollen des Beifuss und Wegerichs und seit noch nicht so langer Zeit die des Ragweeds (Traubenkraut, Ambrosia). Pollen von Brennessel spielen eine untergeordnete Rolle.


Die Pollen fliegen zu unterschiedlichen Zeiten. So muss der Pollenallergiker sich mit einem Pollenkalender vertraut machen, in dem die Pollenflugzeiten der entsprechen-den Pflanzen aufgeführt sind. Auch sollte er ein Pollentagebuch (Allergietagebuch) führen, wo er einträgt wann und wo es bei ihm zu allergischen Symptomen kam. Das erleichtert den Allergologen/in bei ihnen das Allergen für eine entsprechende Behandlung besser einzukreisen. Der Birkenpollenallergiker sollte dabei auch auf den Verzehr bestimmter Nahrungsmittel achten, aber dazu später mehr in einem anderen Kapitel.

Beginnen tut es im Jahr mit den Baumpollen, wie Hasel und Birke, dann folgen im Mai/Juni die Gräserpollen, wie z.B. Wiesenlieschgras und im August/September die Kräuterpollen wie Beifuss und November noch Ragweed.


Aber es heißt nicht das der Allergiker auf alle Pollen sensibilisiert/ allergisch reagieren muss. Er kann ganz individuell auf die einzelnen Pollen mit allergischen Symptomen reagieren.

Noch vor einigen Jahren sagte man, dass der Pollenallergiker nicht so sehr leidet wenn es regnet. Doch dann stellten Arbeitsgruppen fest, dass durch den Regen besonders aggressive Allergene aus dem Pollen rausgewaschen werden und so der Pollenallergiker auch bei Regen seine allergischen Symptome zeigt, wie z.B. Heuschnupfen und Asthma bronchiale.


Bei der Untersuchung von Pollen unter dem Elektronenmikroskop stellte man fest, dass diese mit Chemikalien aus Industrie-Autoabgasen und Dieselruß behaftet sind. Es wird vermutet das die Pollen, die so mit Umweltschadstoffen verunreinigt sind, die Allergene leichter freisetzt und diese so leichter die Schleimhaut der Nase der Allergiker durchdringen, um dann die entsprechenden Symptome hervorzurufen, wie z.B. eine Rhinitis (Heuschnupfen).


Untersuchungen von mit Ozonbelasteten Pollen, die wir mit Mitarbeitern durchführten ergaben, dass durch die Ozonbelastung die Konzentration eines Hauptallergens bei Gräsern, nämlich Phl p 5, zugenommen hatte im Vergleich zu nicht so stark Ozon belasteten Graspollen. Das muss im Kontext mit der Klimaveränderung gesehen werden (erhöhte Ozonbelastung der Luft). Durch die deutliche Zunahme von Phl p5 wuchs auch die allergene Potenz der Gräserpollen, d.h. sie wurden „aggressiver“.


Die Umweltverschmutzung hat wohl einen Einfluss auf die Aggressivität der Pollen. Das sollte noch intensiver verfolgt werden, auch unter dem Aspekt der Klima-veränderung.

In Japan stellte man fest, dass Personen, die in einem Gebiet mit großer Diesel-abgasbelastung aber mit relativ geringen Pollenflug der japanischen Zeder lebten, häufiger allergisch auf diese Pollen reagierten als Personen, die in einem Gebiet mit hohem Pollenaufkommen aber ohne Dieselabgasbelastung wohnten. Ein weiteres Indiz für den Einfluss der Umweltschadstoffe auf die allergene Potenz von Pollen.


Auf dem Land treten die höchsten Pollengehalte tagsüber auf. In der Großstadt kommt es erst abends gegen 20-21 Uhr zu den höchsten Pollenkonzentrationen. Am Morgen freigegebene Pollen werden mittags hoch in die Luft getragen und sinken am späten Nachmittag oft mehrere Kilometer entfernt herab. Deshalb sollte der Stadt-pollenallergiker besonders abends die Fenster geschlossen halten. Auch kann er an Pollengitter denken, die er vor das Fenster spannt und im Auto an Pollenfilter bei der Klimaanlage. Aber zur Pollenflugzeit muss er auch die Fenster und das Schiebedach seines Autos geschlossen halten.


Untersuchungen ergaben, dass Allergiker am Steuer nach Expertenmeinung ein Sicherheitsrisiko darstellen. Sie haben ein zu 30% höheres Unfallrisiko als Nichtallergiker. Man stellte sogar fest, dass es zur Pollenflugzeit mehr Unfälle gibt als nicht zur Pollenflugzeit. Aber systematisch wurde das noch nicht untersucht, aber einen Zusammenhang kann da vermutet werden.


Wie erkennt man nun welche Pollen sich gerade in der Luft befinden?

Über Pollenfallen, die auf Gebäuden sich befinden, werden die Pollen aus der Luft gefangen, indem sie an einer Art Tesafilm festkleben und so elektronenmikroskopisch , nach einer speziellen Anfärbung, identifiziert werden können. Jede Polle hat ihre eigene Struktur und kann so von Fachpersonal identifiziert werden.