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Hausstaub, Hausstaubmilben- und Vorratsmilben

Neben der saisonalen Allergie (Pollen, Bäume, Gräser und Kräuter) spielt die perenniale (ganzjährige) Allergie die größte Rolle im allergischen Geschehen des Menschen.


Dazu zählen überwiegend z.B. die Hausstaubmilben wie Dermatophagoides pteronyssinus, Dermatophagoides farinae, Vorratsmilben wie Acarus siro, Tyrophagus putrescentiae, Tierepithelien wie Katze, Hund was oft bei einer solchen Aufzählung vergessen wird auch die verschiedenen Nahrungsmittel, die auch Allergien auslösen können.


Untersuchungen ergaben, dass in Hamburg die Sensibilisierung auf die Hausstaubmilbe bei 14% und in Erfurt bei 10% der Bevölkerung liegt. Gemeinsame Daten aus Hamburg, Beelitz, Essen, Bochum und Marburg ergaben das von 3200 Personen bei 26% eine Sensibilisierung auf die Hausstaubmilbe und bei 10% auf die Vorratsmilbe bestand.

Amerikanische Untersuchungen ergaben, dass 45% der jungen Menschen mit Asthma bronchiale allergisch auf die Hausstaubmilben reagierten.


Untersuchungen von uns mit Kollegen zeigten, dass Vorratsmilbenallergiker sehr häufig auch auf die Hausstaubmilbe (92%), aber Hausstaubmilbenallergiker eher zu ca. 45% auch auf die Vorratsmilbe wie Acarus siro sensibilisiert waren.

Das sollte bei der Diagnose und Therapie vom Arzt/in bei entsprechend disponierten Patienten mitberücksichtigt werden.


Die Milben gehören zu den Spinnentieren und sind ca.0,3mm groß, sie können nicht sehen aber gut riechen. Sie haben acht Beine und leben 3-4 Monate.



Während der gesamten Lebensdauer legt ein Weibchen ca. 300 Eier. Man kann sie überwiegend im Hausstaub des Haushalts finden. Besonders im Schlafbereich verursachen sie große allergische Beschwerden, denn sie ernähren sich von Hautschuppen und die liegen reichlich im Bett vor.



Im Schlafbereich gibt es noch weitere optimale Bedingungen für die Milben, wie eine hohe Luftfeuchtigkeit und optimale Raumtemperatur.

Der Mensch verliert pro Tag 1,5g Hautschuppen, also ist reichlich Nahrung für die Hausstaubmilben vorhanden. In Matratzen befinden sich ca. 100 Hausstaubmilben pro Gramm Staub auf dem Fußboden hingegen sind es lediglich etwa 10 Milben pro Gramm Staub.


Die Milben können beim Menschen Heuschnupfen (Rhinitis/Rhinokonjunctivitis), bronchiales Asthma aber auch Neurodermitis (atopische Dermatitis) hervorrufen.

Im Wohnbereich kann man sich durch Einsatz von Akariziden vor den Milben schützen.






Im Schlafbereich kann man Encasings einsetzen, das sind Milbendichteüberzüge, die aus einem speziellen Material hergestellt sind. Diese zieht man über die Matratze und Bettzeug. Bei der Krankenkasse sollte man nachfragen, ob diese beim Kauf bei entsprechenden Fachgeschäften, auch on line möglich, bezuschusst werden.





Bei einem positiven Befund auf die Hausstaubmilbenallergie sollte auch an eine spezifische Immuntherapie (SIT) mit einem Hausstaubmilbenpräparat gedacht werden.

Das kann ein Depot-Allergen oder Allergoidpräparat sein.

Der Allergologe/in wird das richtige für Sie auswählen.

Auch kann man an den Einsatz von Symptomatika und cortisonhaltige Produkte denken.


Die Milben sind nahezu überall vertreten. So sind die Daunenfedern des Bettes kein Allergen sondern es sind die Hausstaubmilben, die sich darin befinden.

Auch reines Stroh ist kein Allergen, es sind die Vorratsmilben und wohl auch Schimmelpilze die darin vorkommen können.

Auch ist es ein Trugschluss zu glauben, dass wenn man meint die Daunenfedern durch Kunststoffteile zu ersetzen man so milbenfrei ist.

In einer Kunststoffbettfüllung sind die Milben genauso vertreten wie in einer Daunenfeder-Bettbefüllung, da ja auch dort die Hautschuppen vorliegen.


Milbenfrei ist man im Hochgebirge bei über 1500 Meter.

Deshalb sollen Milbenallergiker den Urlaub vorzugsweise im Hochgebirge mit einplanen.


Zu den bekanntesten Hausstaubmilben gehören Dermatophagoides pteronyssinus, Dermatophagoides farinae, Dermatophagoides microceras und Euroglyphus maynei. Zwischen diesen Milben besteht eine Kreuzreaktion, d.h. sie haben wenigstens ein gemeinsames Allergen.

Die wichtigsten gemeinsamen Hauptallergene sind die der Gruppe I und II, wie z.B. Der p1 und Der p2 von Dermatophagoides pteronyssinus. Bei Dermatophagoides farinae sind es Der f1 und Der f2.


Auch gibt es die Raubmilbe Chyletus eruditus. Zu ca. 10% sind sie im Hausstaub mit vertreten. Sie ernährt sich von den anderen Milben, aber sie ist leider selbst ein Allergen und kann so zur Hausstaubmilbenbekämpfung als „Killermilbe“ nicht eingesetzt werden, wie wir mit Mitarbeitern zeigen konnten.


In Südamerika und auf den Canarischen Inseln ist die Milbe Blomia tropicalis ein sehr wichtiges Allergen, wichtiger als unsere bekannten Hausstaubmilben.

Eine weitere wichtige Milbengruppe stellen die Vorratsmilben dar, wie z.B. Acarus siro, Lepidoglyphus destructor, Tyrophagus putrescentiae etc. Sie kommen z.B. auch im Tierfutter vor.


Bei der Tierallergie, Tiere können wie der Mensch allergische Reaktionen zeigen, spielen sie als Allergenquelle im Stroh eine wichtige Rolle, wenn z.B. Pferde allergisch auf das Stroh reagieren, reagieren sie auf dem im Stroh mit vorkommenden Vorratsmilben allergisch.

Da aber im Stroh u.a. auch Schimmelpilze mit vorkommen, sollte bei einer entsprechenden allergischen Reaktion auf Stroh nicht nur auf die Milben sondern auch mit auf die Schimmelpilze getestet werden.


In städtischen Wohnungen konnte überwiegend die Vorratsmilbe Acarus siro als Allergen ermittelt werden, in ländlichen Gebieten auf dem Bauernhof Lepidoglyphus destructor und Glycyphagus domesticus.


Anzumerken ist noch, obwohl im Hausstaub die Hausstaubmilben die größte und wichtigste Allergenquelle darstellt, ist bei der Hausstauballergie mit an Allergene von Zimmerpflanzen, je nach Saison Pollen und Schimmelpilze und wie wir mit Mitarbeiterinnen zeigen konnte auch Nahrungsmitttelreste zu denken.


Es gibt ca. 30 000 verschiedene Milbenarten, aber nur 10-15 davon kommen bei uns in Haushalten (Hausstaub) vor, aber das reicht, um allergische Reaktionen bei entsprechend disponierten Personen hervorzurufen, was massiv die quality of life beeinflusst.

Aber wie sie noch ausführlicher lesen werden, gibt es auch Hilfen und sie sind nie allein im Bett, denn die Milben sind immer bei ihnen, auch was wert, oder?. Aber könnte man darauf verzichten.

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