Pollen, Allergie und was Sie wissen sollten

 

Was sind Pollen?

Ein Pollen ist eine Zelle mit männlichem Erbgut, die für die Fortpflanzung der Samenpflanzen wesentlich ist.

Sie wird von einer Pflanze freigesetzt und durch Insekten oder den Wind auf eine andere Pflanze übertragen.

Die Partikelgröße der Pollen liegt bei >10µm.(1 Mikrometer = 10 hoch -6 Meter).

Was haben Pollen mit Allergie zu tun?

Die Pollen, hier besonders die der Gräser und Bäume und auch der Kräuter sind sehr große Verursacher von allergischen Erkrankungen bei entsprechend disponierten Personen.

Allergien auf die eben genannten Pflanzen kommen recht häufig vor.

Neben den Hausstaubmilben wie Dermatophagoides pteronyssinus sind die Pollen die größten Allergieverursacher bei den Menschen. Es sind zumeist die Pollen der grünen Pflanzen.

Allergien auf Blumenpollen, Pollen der bunten Pflanzen, sind eher selten. Wenn, kommen sie dann bei Floristen und Gärtnern vor, die im direkten Kontakt zu den Blumen und somit auch zu den Pollen sind.

Nadelbäume sind ebenfalls weit verbreitete Pollenlieferanten, die aber nur schwach oder gar nicht allergen sind.

Was sind Gräser-Pollen?

Zu den Gräsern gehören z.B.  Wiesenlieschgras (Phleum pratense), Dactilis glomerata, Lolium perenne etc. aber auch die Roggenpollen, die wie die anderen Gräser auch zur botanischen Gruppe der Süßgräser zählen.

Hier spricht man von einer Kreuzreaktion zwischen Roggen und Gräsern.

Welche Bäume lösen Allergien aus?

Bei den Bäumen sind diese die bedeutendsten Auslöser:

  • Birke,

  • Erle

  • Hasel

  • Esche.

  • Die Buche und Eiche nehmen eher eine untergeordnete Rolle ein.

Welche Kräuter lösen Allergien aus?

Bei den Kräutern sind es die Pollen des Beifuss und Wegerichs und seit noch nicht so langer Zeit die des Ragweeds (Traubenkraut, Ambrosia). Pollen von Brennessel spielen hier eine untergeordnete Rolle.

Wann ist die Pollenbelastung besonders hoch?  

Die Pollen fliegen zu unterschiedlichen Zeiten. So muss der Pollenallergiker sich mit einem Pollenkalender vertraut machen, in dem die Pollenflugzeiten der entsprechen-den Pflanzen aufgeführt sind.

Auch sollte er ein Pollentagebuch führen, wo er einträgt wann und wo es bei ihm zu allergischen Symptomen kam.

Das erleichtert auch den Allergologen/in bei ihnen das Allergen für eine entsprechende Behandlung besser einzukreisen. Der Birkenpollenallergiker sollte dabei auch auf bestimmte Nahrungsmittel achten, aber dazu später in einem anderen Kapitel mehr.

 

Beginnen tut es im Jahr mit den Baumpollen, wie Hasel und Birke, dann folgen im Juni die Gräserpollen, wie z.B. Wiesenlieschgras und im August/September die Kräuterpollen wie Beifuss und bis November auch Ragweed.

Aber es heißt nicht das der Allergiker auf alle Pollen sensibilisiert/ allergisch reagieren muss.

Er kann ganz individuell auf die einzelnen Pollen mit allergischen Symptomen reagieren.

 

Noch vor einigen Jahren sagte man, dass der Pollenallergiker nicht so sehr leidet wenn es regnet. Doch dann stellte man fest, dass durch den Regen besonders aggressive Allergene aus dem Pollen rausgewaschen werden und so der Pollenallergiker auch bei Regen seine allergischen Symptome zeigt, wie z.B. Heuschnupfen und Asthma bronchiale.

 

Bei der Untersuchung von Pollen unter dem Elektronenmikroskop stellte man fest, dass diese mit Chemikalien aus Industrie-Autoabgasen und Dieselruß behaftet waren.

Es wird vermutet das die Pollen, die so mit Umweltschadstoffen verunreinigt sind, die Allergene leichter freisetzt und damit leichter die Schleimhaut der Nase der Allergiker durchdringen, um dann die entsprechenden Symptome hervor zu rufen, wie z.B. eine Rhinitis (Heuschnupfen)

Untersuchungen von mit Ozonbelasteten Pollen, die ich mit Mitarbeitern durchführte ergaben, dass durch die Ozonbelastung die Konzentration eines Hauptallergens bei Gräsern, Phl p 5, zugenommen hatte im Vergleich zu nicht so stark Ozon belasteten Graspollen.

Das muss wieder im Kontext mit der Klimaveränderung gesehen werden (erhöhte Ozonbelastung der Luft).

Was hat der Klimawandel mit der Pollenbelastung zu tun?

Die Umweltverschmutzung hat wohl einen Einfluss auf die Aggressivität der Pollen. Das sollte noch intensiver verfolgt werden, auch unter dem Aspekt der Klima-veränderung.

In Japan stellte man fest, dass Personen, die in einem Gebiet mit großer Diesel-abgasbelastung aber mit relativ geringen Pollenflug der japanischen Zeder lebten, häufiger allergisch auf diese Pollen reagierten als Personen, die in einem Gebiet mit hohem Pollenaufkommen aber ohne Dieselabgasbelastung wohnten. Ein weiteres Indiz für den Einfluss der Umweltschadstoffe auf die allergene Potenz von Pollen.

 

An welchen Orten ist die Pollenbelastung besonders hoch - und zu welcher Tageszeit?

Auf dem Land treten die höchsten Pollengehalte tagsüber auf. In der Großstadt kommt es erst abends gegen 20-21 Uhr zu den höchsten Pollenkonzentrationen. Am Morgen freigegebene Pollen werden mittags hoch in die Luft getragen und sinken am späten Nachmittag oft mehrere Kilometer entfernt herab.

Deshalb sollten der Stadtpollenallergiker besonders abends die Fenster geschlossen halten.

 

Auch können sie an Pollengitter denken, die er vor das Fenster spannt und im Auto an Pollenfilter bei der Klimaanlage. A

Aber zur Pollenflugzeit muss er auch die Fenster und das Schiebedach geschlossen halten. Untersuchungen ergaben, dass Allergiker am Steuer nach Expertenmeinung ein Sicherheitsrisiko darstellen. Sie haben ein zu 30% höheres Unfallrisiko als Nichtallergiker. Man stellte sogar fest, dass es zur Pollenflugzeit mehr Unfälle gibt als nicht zur Pollenflugzeit. Aber ganz systematisch wurde das noch nicht untersucht.

Wie erkennt man nun welche Pollen sich gerade in der Luft befinden?

Über Pollenfallen, die auf Gebäuden sich befinden, werden die Pollen aus der Luft gefangen, indem sie an einer Art Tesafilm festkleben und so elektronenmikroskopisch , nach einer speziellen Anfärbung, identifiziert werden können. Jede Polle hat ihre eigene Struktur und kann so leicht identifiziert werden. Das spielt auch eine große Rolle für Allergiefirmen, die die reinen Pollen bei entsprechenden Firmen, wie z.B.: Allergon Schweden, zur Herstellung ihrer Präparate einkaufen. Da ist eine sehr hohe Reinheit gefordert, wie man sich leicht vorstellen kann.

 

Was fliegt denn da so an Mengen in der Luft?

Dabei muss man bedenken, dass eine Roggenähre 4,2 Millionen Pollenkörner aufweist. Ein Haselnussstrauch mittlerer Größe 600 Millionen Pollen. So fallen in Mitteleuropa im Schnitt 27 000 Pollenkörner pro cm2. Stellen sie sich einmal ein Feld mit Roggenähren vor und dann die Anzahl der Pollen, kaum zu greifen finde ich.

 

Schwedische Untersuchungen zeigten, dass Neugeborene, die zur Birkenpollenflugzeit geboren wurden, häufiger Birkenpollenallergiker waren als Neugeborene, die zu anderen Jahreszeiten zur Welt kamen. Der Grund dieses Phänomens ist noch völlig unerschlossen.

 

Allergie und Urlaub, was sollten Sie beachten?

Wenn man in den Urlaub fährt, sollte man beachten, dass es so genannte Kreuzreaktionen gibt, d.h. einfach ausgedrückt, verschiedene Pflanzen haben die gleichen Allergene. So sollte ein Eschepollenallergiker daran denken, dass es zum Ölbaumpollen eine Kreuzreaktion gibt, die z.B. in Griechenland vorkommen. So kann der Eschepollenallergiker auch zur Flugzeit der Ölbaumpollen z.B. in Griechenland im Urlaub allergische Reaktionen zeigen. Beide gehören der botanischen Gruppe der Oleacaen an, wie auch der Flieder. Auf das Phänomen der Kreuzreaktion werde ich in einem anderen Kapitel mit eingehen.

Birkenpollenallergiker können schon bei einem warmen Winter im Dezember allergische Reaktionen zeigen, da dann schon die Haselpollen fliegen und es eine Kreuzreaktion zwischen Birke und Hasel aber auch Erle gibt.

Also wenn man so will, sind die Pollen die größten Luftverschmutzer, aber so hart will ich das nicht sehen, obwohl Pollenallergiker einen sehr hohen Leidensdruck ausgesetzt sind, aber zum Glück gibt es ja zur Linderung dieser Erkrankung entsprechend wirksame Medikamente, auf die ich in einem anderen Kapitel eingehen werde.

 

Man kann sogar sagen, dass es länderspezifische Pollen/Pflanzen gibt. In Skandinavien sind es die der Birken, in den USA die des Ragweeds, in mediterranen Ländern die des Glaskrauts (Parietaria) und des Ölbaums, in Japan die der Zeder und in Deutschland die der Gräser hier besonders des Roggens. Von all den sind die Atopiker (Allergie wird vererbt) am stärksten von betroffen.

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