Hausstauballergie, Milben, Allergie und Kreuzreaktionen

Informationen für Allergiker und Ratsuchende zur Allergie, einfach und verständlich erklärt

Die wichtigsten Hausstaubmilben im Hausstaub sind:

  • Dermatophagoides pteronyssinus,

  • Dermatophagoides farinae und

  • Euroglyphus maynei

Wahl et al. konnte zeigen, dass zwischen diesen drei Hausstaubmilben eine Kreuzreaktion besteht.

Was diese Erkenntnis für Sie als Milben-Allergiker bedeutet erklären wir im Folgenden.

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Dr. Rüdiger Wahl

Allergie Experte und Autor

Allergie Experte, Forscher und ehem. Mitglied des CIA (Cillegium internationale Allergologicum)

Mit über 40 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Allergie Forschung

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C. Ellmers

CEO avantal.de und Autor

Gründer Ellmers & Partner GmbH

Gesellschafter und Unternehmer 

Was versteht man unter einer Kreuzreaktion, die es nicht nur bei Hausstaubmilben gibt?

 

Ganz einfach ausgedrückt bedeutet es, dass verschiedene „Substanzen“ gemeinsame Allergene aufweisen, wie hier bei den drei Hausstaubmilben das Hausstaubmilbenallergen der Gruppe I.

Bei Dermatophagoides pteronyssinus wäre es das Der p1, bei Dermatophagoides farinae wäre es das der f1.

 

Könnte man sagen, dass z. B. die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus die beiden anderen Hausstaubmilben mit „abdeckt“?

Ja, die Untersuchungen von Wahl et al. konnten das zeigen.

Es konnte dazu auch noch die Hausstaubmilbe Dermatophagoides microceras mit einbezogen werden.

Diese hohe Gemeinsamkeit konnte auch über die spezifische IgE-Messung, durchgeführt mit Hausstaubmilbenallergikerseren erkannt werden.

Es wurden mit den Seren mit den vier Hausstaubmilben nahezu immer die gleichen Allergenklassen gemessen.

Auch lagen die Mittelwerte der Allergenklassen sehr dicht bei einander, genauer gesagt zwischen Allergenklasse 3,2 bis 3,9. Das deutet ebenfalls auch sehr stark auf die Kreuzreaktion zwischen den Hausstaubmilben hin.

 

 

Man kann sagen, dass zwischen den vier Hausstaubmilben eine hohe Kreuzreaktion besteht und z.B. die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus die anderen drei Hausstaubmilben biochemisch und immunologisch mit „abdecken“ würde.

 

Das sollte man bei der spezifischen Immuntherapie (SIT)  von Hausstaubmilbenallergikern mit berücksichtigen.

Es würde wohl zur spezifischen Immuntherapie von Hausstaubmilbenallergikern ein Präparat mit der Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus genügen, auch wenn oft Mischungen von Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae (50 zu 50) angeboten und eingesetzt werden.

 

Aus Sicht der Wissenschaft fehlt dafür eine Begründung. In Schweden setzt man zur spezifischen Immuntherapie nur die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus ein.

Es ist bekannt, dass zwischen Apfel (Frucht) und Birkenpollen eine Kreuzeraktion besteht.

 

Gibt es eine solche Kreuzreaktion, Hausstaubmilbe mit Nahrungsmitteln, auch?

Das so etwas existiert basiert auf einer noch nicht so alten Untersuchung.

Das pollenassozierte Nahrungsmittelsyndrom ist schon länger bekannt.

Man fand aber auch heraus, dass zwischen Nahrungsmitteln und der Hausstaubmilbe Dermato-phagoides pteronyssinus eine Kreuzreaktion besteht und zwar zu den Shrimps.

Man stellte fest, dass Haustaubmilbenallergiker in einigen Fällen nach dem Verzehr von Shrimps allergische Reaktionen zeigten.

Über verschiedene diagnostische Methoden, auf die in einem anderen Kapitel noch eingegangen wird, konnte das bestätigt werden.

 

Wir sagten Kreuzreaktion bedeutet, dass verschiedene Substanzen gemeinsame Allergene aufweisen.

Über intensive Forschung fand man heraus, dass das gemeinsame Allergen zwischen der Hausstaubmilbe und den Shrimps das Muskelprotein Tropomyosin ist, bei der Hausstaubmilbe bezeichnet man es mit Der p 10.

Also liegt auch hier, wie bei der pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie auch so etwas bei der Hausstaubmilbe vor, nämlich die Kreuzreaktion zu den Shrimps mit dem gemeinsamen Allergen Der p10 (Tropomyosin ein Muskelprotein).

 

Das müssen Hausstaubmilbenallergiker wissen, falls sie Shrimps essen wollen, die sind zwar sehr lecker, aber Hausstaubmilbenallergiker sollten diese besser meiden. Anzumerken ist hier, dass nicht jeder Hausstaubmilbenallergiker auf die Schrimps allergisch reagieren muss. Besonders bei der Kreuzreaktion zu Nahrungsmitteln ist es immer ein kann aber kein muss, aber dennoch sollten Hausstaubmilbenallergiker von diesem Phänomen wissen und vorsichtig bei der Essensauswahl sein.

 

Fazit

Zwischen den Hausstaubmilben Dermatophagoides pteronyssinus, Dermatopha-goides farinae, Dermatophagoides microceras und Euroglyphus maynei besteht eine Kreuzreaktion. Einfach ausgedrückt Kreuzreaktion d.h. verschiedene Substanzen haben gemeinsame Allergene. So gibt es auch eine Kreuzreaktion zwischen der Hausstaubmilbe und den Shrimps. Das sollten Hausstaubmilbenallergiker wissen und bei der Essensauswahl entsprechend vorsichtig sein.

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