Milben

 

Was sind Hausstaubmilben?

Hausstaubmilben gehört zur Gattung der Pyroglyphidae und sind kleinste Spinnentiere.

​Es gibt ca. 50 000 verschiedene Milben, aber nur 10-15 davon kommen bei uns in Haushalten vor, aber das reicht, um allergische Reaktionen bei entsprechend disponierten Personen hervorzurufen

Den größten prozentualen Anteil im Hausstaub nehmen diese drei Milbenarten ein:

  • Dermatophagoides pteronyssinus

  • Dermatophagoides farinae und 

  • Euroglyphus maynei

Können Milben sehen?

Die bisher im Hausstaub gefundenen Hausstaubmilben scheinen alle blind und gehörlos zu sein.

Es gilt aber als nachgewiesen, dass sie über einen ausgeprägten Geruchssinn verfügen

Wie groß sind Milben?

Milben sind sehr, klein und mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, denn sie erreichen nur eine Größe von etwa 0,1 bis 0,5 Millimetern.

Können sich Milben schnell bewegen?

Milben haben zur Fortbewegung kleine, mit Widerhaken besetzte Beine, mit denen Sie sich z.B. auf einer textilen Oberfläche hervorragend halten können.

Besonders schnell können sie sich aber nicht fortbewegen.

In unserem Video zu Hausstaubmilben können Sie erkennen wie langsam sie sich fortbewegen.

Wie temperaturanfällig sind Milben?

Die Körpertemperatur der Milbe selbst beträgt etwa 28°C.

Milben können Temperaturen bis zu 45°C einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden überleben.

Je höher die Temperatur steigt (>45°C) umso geringer ist die Überlebenschance der Milbe.

Extreme Kälte mögen Milben allerdings nicht. Bei -25°C über 6 Stunden überlebt keine Milbe.

Wie lange leben Milben

Der Lebenszyklus einer Milbe beträgt etwa 3-4 Monate.

 

Während der gesamten Lebensdauer legt ein Milben-Weibchen etwa 300 Eier.

Wo leben Hausstaubmilben?

Sie leben in nahezu allen textielen Einrichtungsgegenständen, wie:

Teppichen, Teppichböden,

Betten,

Kissen,

Decken,

Sofas und Sesseln.

Dies hat allerdings nichts mit Unsauberkeit zu tun, sondern ist ein Bestandteil unseres ökologischen Haushalts.

Autor

Dr. Rüdiger Wahl

Allergie Experte, Forscher und ehem. Mitglied des CIA (Cillegium internationale Allergologicum)

Mit über 40 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Allergie Forschung

    Co-Autor

    C. Ellmers B.A. Pol

    Founder Ellmers & Partner GmbH

    letztes Artikel-Update vom: 07.01.2021

     

    Hausstaubmilben: Video

    Wir haben Ihnen hier einzigartige Aufnahmen einer Milbe, genauer gesagt einer Hausstaubmilbe,

    unter einem speziellen Rasterelektronenmikroskop zum bereitgestellt.

    Hausstaubmilben waren lange unbekannt

    Bereits 1698 wurde schon von der krankmachenden Wirkung des Hausstaubs berichtet.

    Im Jahr 1888 untersuchte Cooke ob im Hausstaub Substanzen enthalten sind, die krankmachende Wirkung auf Menschen haben könnten.

    Erst seit 1952 ist die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinsus (D. pter., d01) bekannt. 

    1964 ermittelte Voorhorst das die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus für die krankmachenden Symptome bei entsprechend disponierten Menschen auf Hausstaub verantwortlich ist.

    Von da an stand der Hausstaub und die Milben im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen verschiedener Arbeitsgruppen.

     

    Von Bronswik ermittelte, dass sich noch andere Milbenarten im Hausstaub befinden.

    Sehr viele Forschungsgruppen befassen sich mit dem Allergen Hausstaub und hier besonders unter Berücksichtigung der Milben. Je länger man sich damit beschäftigte, um so mehr unterschiedliche Milbenarten konnten im Hausstaub gefunden werden.

    So konnte ermittelt werden, dass nicht nur die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus allergieauslösende Wirkung hat, sondern auch die Raubmilbe Chyletus eruditus und die Vorratsmilben wie z.B. Acarus siro und Lepidoglyphus destructor.

     

    Hausstaubmilben: Darum reagieren wir allergisch

    Die Allergie wird von den Exkrementen der Hausstaubmilbe und ihren toten Körpern ausgelöst, die wir mit der Atemluft aufnehmen.

     

    Milben leben in und vom Hausstaub, sie übertragen keine Krankheiten, gefährlich sind Sie eben nur für Allergiker und nur dann, wenn Ihre Hinterlassenschaften zusammen mit dem Staub in die Atemluft gelangen und eingeatmet werden.

     

    Die Aufnahme der Allergene verursacht dann die allergische Reaktion des Körpers. 

    Diese Ausprägungsform ist die bekannte Hausstauballergie.

    Die Sensibilisierungsrate bei Personen in Deutschland gegen Hausstaubmilben liegt bei 57,7%.

     

    Die Milben können beim Menschen Heuschnupfen, bronchiales Asthma aber auch Neurodermitis (atopische Dermatitis) hervorrufen.

    Dabei sind ca. 60% der Atopiker auf die Hausstaubmilben sensibilisiert.

    Neben den bekannten Hausstaubmilben spielen auch die Vorratsmilben besonders im ländlichen Bereich eine wichtige Rolle.

    >>Hier erfahren Sie alles über die Hausstauballergie <<

     

    Wovon ernähren sich Hausstaubmilben?

    Milben haben zangenartige Kauorgane mit denen Sie Ihre Nahrung aufnehmen.

    Sie fressen durch Schimmelpilze vorverdaute Hautschuppen von Menschen und Tieren, sowie kleinste Staubpartikel.

     

    Der Mensch verliert täglich ca. 1,5 Gramm Hautschuppen, allein davon können etwa 1 Mio. Milben satt werden. 

    In diesem Bild sehen drei Milben vor einer Hautschuppe.

    Dieses Größenverhältnis verdeutlicht sehr anschaulich, warum von ein paar Gramm Hautschuppen so viele Hausstaubmilben satt werden.

    Haben Hausstaubmilben natürliche Feinde?​

    Eine interessante Milbe stellt die Raubmilbe Chyletus eruditus dar. Sie ist der Feind der beiden Hausstaubmilben und der Vorratsmilben.

    Die Raubmilben fressen nicht nur die Hausstaub- und Vorratsmilben sondern stellen selbst ein Allergen dar.

    Etwa 10% aller Milben im Hausstaub stellen die Raubmilben dar wie Chyletus eruditus.

     

    Man könnte sagen als, dass man die Raubmilben gezielt gegen die Hausstaubmilben einsetzen könnte, doch da sie, wie Wahl et al. zeigen konnten, selbst allergische Reaktionen auslösen können, ist das nicht sinnvoll. Man würde quasi den Teufel mit dem Belzebub austreiben.

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