Hausstaubmilben

Alles über Hausstaubmilben, einfach und verständlich erklärt

Einführung und Zusammenfassung

Hausstaubmilben, oder umgangssprachlich häufig nur als Milben bezeichnet, sind winzige Spinnentiere mit einer Größe von 0,1 bis 0,5 Millimetern. Hausstaubmilben leben vornehmlich in und vom Hausstaub (in dem sich auch menschliche Hautschuppen befinden), sie übertragen keine Krankheiten und sind grundsätzlich harmlos.

Die Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinsus) ist dabei erst seit 1952 bekannt.

 

Unangenehm werden Milben allerdings für Allergiker, denn der Kot und die abgestorbenen Körper der Milben sind Allergene die bei entsprechend disponierten Personen allergische Reaktionen hervorrufen.

Dies passiert, wenn der Kot und die toten Körper der Milben, über die Atemluft in den Organismus gelangen, was als Hausstaubmilbenallergie bekannt ist.

Erfahren Sie im Folgenden alles über Hausstaubmilben und was Sie gegen Milben tun können. 

 

Was sind Hausstaubmilben?

Hausstaubmilben gehört zur Gattung der Pyroglyphidae und sind kleinste Spinnentiere.

Sie sind etwa 0,1 - 0,5 Millimeter groß und leben im und vom Hausstaub.

 

​Es gibt ca. 50.000 verschiedene Milben, aber nur 10-15 davon kommen bei uns in Haushalten vor.

 Das reicht um allergische Reaktionen bei entsprechend disponierten Personen, d.h. von Menschen die auf diese Allergene sensibilisiert sind, hervorzurufen.

Den größten prozentualen Anteil im Hausstaub nehmen diese drei Milbenarten ein:

  • Dermatophagoides pteronyssinus

  • Dermatophagoides farinae und 

  • Euroglyphus maynei

 

Hausstaubmilben sind blind

Die bisher im Hausstaub gefundenen Hausstaubmilben scheinen alle blind und gehörlos zu sein.

Es gilt aber als nachgewiesen, dass sie über einen ausgeprägten Geruchssinn verfügen.

Zur Fortbewegung dienen ihnen kleine, mit Widerhaken besetzte Beine, mit denen Sie sich z.B. auf einer textilen Oberfläche hervorragend halten können.

 

Stechen oder beissen Milben den Menschen?

Hausstaubmilben leben indirekt vom Menschen, da sie sich hauptsächlich von den Hautschuppen ernähren die wir Menschen verlieren, liegt es Ihnen fern uns zu beissen oder zu stechen. Durch Hausstaubmilben werden Sie also keine Stiche oder Milben Bisse erleiden.

Anders ist es allerdings bei anderen Vertretern der Milben, die Grasmilbe oder auch die Krätzmilben beissen sehr wohl, um sich vom Gewebe oder Flüssigkeiten des Wirts zu ernähren. Lesen dazu unsere Beiträge zu Grasmilben und Krätzmilben 

 

Wie groß sind Hausstaubmilben?

Milben sind sehr, klein und mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen.

Sie erreichen nur eine Größe von etwa 0,1 bis 0,5 Millimetern. 

 

Lebenszyklus und Vermehrung von Hausstaubmilben

Der Lebenszyklus einer Milbe beträgt etwa 3-4 Monate.

Während der gesamten Lebensdauer legt ein Milben-Weibchen etwa 300 Eier.

 

Wovon ernähren sich Hausstaubmilben?

Milben haben zangenartige Kauorgane mit denen Sie Ihre Nahrung aufnehmen.

Sie fressen die, durch Schimmelpilze vorverdaute Hautschuppen von Menschen und Tieren, sowie kleinste Staubpartikel.

Der Mensch verliert täglich ca. 1,5 Gramm Hautschuppen, allein davon können etwa 1 Mio. Milben satt werden. 

 

In nächsten Bild sehen Sie drei Milben vor einer Hautschuppe zum Größenvergleich

 

Wo leben Hausstaubmilben?

Wir finden Milben praktisch überall​.

Hausstaubmilben kommen im ganzen Wohnbereich des Menschen vor.

Sie leben dort, wo ausreichend Nahrung für sie verfügbar ist, dort wo Menschen viele Hautschuppen verlieren, die durch Schimmelpilze vorverdaut werden.

In Teppichen, im Schlafbereich, hier besonders im Bett, in Kopfkissen, Bettdecken und Matratzen.

In diesen Bereichen finden sie ihre Hauptnahrungsquelle.

Und natürlich hängt die Populationsdichte, also die Menge der Milben auf einer Fläche, auch maßgeblich von der Nahrungsquelle ab.

So finden wir deutlich mehr Milben im Schlafzimmer als z.B. im Hausflur.

Aber unter uns, wer wohnt schon gerne im Hausflur, wenn er ein Wohnzimmer oder Bett haben kann.

Das sind die Milben-Hotspots

Erstellt man eine Art Hitliste bezüglich der gemessenen Anzahl von Hausstaubmilben in unseren Wohnräumen, so würde diese so aussehen:

  1. Platz: Schlafbereich

  2. Platz: Polstermöbel

  3. Platz: Teppich

  4. Platz: Kleidung etc.

Sie leben aber in nahezu allen textielen Einrichtungsgegenständen, wie:

  • Teppichen

  • Teppichböden

  • Betten

  • Kissen

  • Decken

  • Sofas

  • Sesseln.

Dies hat allerdings nichts mit Unsauberkeit zu tun, sondern ist ein Bestandteil unseres ökologischen Haushalts.

 
 

Wie bekomme ich Milben aus dem Bett?

Milben benötigen ein feucht-warmes Klima um sich wohl zu fühlen.

Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Bett nach dem Aufstehen aufschütteln und die Bettwäsche regelmäßig bei hohen Temperaturen waschen. 

Allerdings ist diese Information für Allergiker nur bedingt hilfreich, da dies bedeutet, dass Sie Bettwäsche und die Schlafanzüge regelmäßig bei mindestens 90°C waschen müssen.

Das ist sehr aufwändig und bekanntlich auch nicht mit allen Textilien möglich.

Auch sollen Kuscheltiere der Kinder regelmäßig bei entsprechenden Temperaturen in der Waschmaschine gewaschen werden.

Was sie dabei unbedingt beachten sollten und was bei geringeren Waschtemperaturen helfen kann, erfahren Sie in unserem Artikel "Was tun gegen Milben".

In einem umfassenden Artikel zum Thema "Milben im Bett" gegen wir Ihnen

die 5 besten Tipps, was Sie gegen Milben im Bett tun können.

 

"Kälte hilft ebenfalls gegen die Milben im Bett" - heißt es auch häufig.

Leider stimmt das eigentlich nur dann, wenn Sie Ihr Bett über mehrere Stunden auf Minusgerade herunter kühlen, was in der Praxis wohl eher schwer umsetzbar sein dürfte.

Im folgenden finden Sie die Temperaturempfindlichkeit der Milben und im Artikel

"Hausstaubmilben sterben im Gefrierfach" erklären wir Ihnen auch, warum dieser Mythos widerlegt ist. 

Milben im Bett

Wie temperaturanfällig sind Hausstaubmilben?

Die Körpertemperatur der Milbe selbst beträgt etwa 28°C.

Milben können Temperaturen bis zu 45°C einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden überleben.

Je höher die Temperatur steigt (>45°C) umso geringer ist die Überlebenschance der Milbe.

Extreme Kälte mögen Milben allerdings nicht. Bei -25°C über 6 Stunden überlebt keine Milbe.

 

Das sind die optimale Lebensbedingungen für Milben

Wichtig für das Vorkommen der Hausstaubmilben ist, dass die klimatischen Verhältnisse stimmen.

Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, wie sie z.B. im Schlafzimmer herrscht, wird von ihnen sehr bevorzugt.

Mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70% - 80% und Temperaturen von etwa 20° bis 30° C finden Milben hier ihre idealen Lebensbedingungen vor.

Häufiger sind Hausstaubmilben in älteren Gebäuden zu finden, dies hängt ursächlich mit der Luftfeuchtigkeit zusammen, die in alten Gebäuden höher ist als in Neubauten.

Auch mit der Zunahme der Personenzahl in Räumlichkeiten nimmt die Luftfeuchtigkeit zu und somit die Anzahl der Milben.

 

Wie kann man feststellen ob man Milben hat?

Die Frage ist sehr leicht zu beantworten.

Jeder hat Hausstaubmilben, man kann ihnen nicht entkommen.

Die ungebetenen Mitbewohner nisten sich ungefragt in Matratzen, Bettbezügen, in Ihren Kissen und Teppichen ein.

Die entscheidende Frage ist, in welcher Konzentration befinden sich die Milben in Ihrem häuslichen Bereich und reagieren Sie auf diese allergisch.

Hier alles zum Milben Test

 

Hausstaubmilben - Warum reagieren wir allergisch?

 
 

Wie äußert sich eine Milbenallergie?

Die typischen Symptome einer Hausstaubmilbenallergie sind: 

  • allergischer Schnupfen

  • Niesreiz

  • Anschwellen der Schleimhäute

  • dauerhaft verstopfter

  • laufender Nase

  • Abgeschlagenheit

  • Müdigkeit

Die Allergie wird dabei von den Exkrementen der Hausstaubmilbe und ihren toten Körpern ausgelöst, die wir mit der Atemluft aufnehmen.

 

Die Aufnahme der Allergene verursacht dann die allergische Reaktion des Körpers. 

Die Sensibilisierungsrate bei Personen in Deutschland auf Hausstaubmilben liegt bei  etwa 57,7%.

Die Milben können beim Menschen Heuschnupfen, bronchiales Asthma aber auch Neurodermitis (atopische Dermatitis) hervorrufen.

Dabei sind ca. 60% der Atopiker auf die Hausstaubmilben sensibilisiert.

Neben den bekannten Hausstaubmilben spielen auch die Vorratsmilben besonders im ländlichen Bereich eine wichtige Rolle.

>>Hier erfahren Sie alles über die Hausstaubmilbenallergie <<

 

Sind Milben auch im Auto?

Mit einem von Dr. Wahl entwickelten Test konnten zumindest auf Ledersitzen des Autos keine Hausstaubmilbenallergene nachgewiesen werden.

Das ist wohl darauf zurückzuführen, dass sich die vom Menschen verlorenen Hautschuppen sich nicht gut auf der Oberfläche halten und somit auch nicht die Milben.

Hausstaubmilbenallergiker sollten grundsätzlich auf Leder als Polster in ihrem täglichen Umfeld setzen, um die Hausstaubmilbenpopulation zu reduzieren.

Das gilt für alle Bereiche in denen Sie sich länger aufhalten, also auch im Auto.

Wo gibt es sonst noch Milben?

Milben kommen auch auf Kleidungsstücken vor ja sogar, auf der menschlichen Haut und im menschlichen Haar,

wie Dr. Wahl mit dem weltweit einmaligen INA Milben Test zeigen konnte.

Auf Grund extremer Temperaturen wird man am Nordpol aber wohl keine Milben antreffen,

ebenso wenig in der Sahara.

In Papua Neu Guinea beispielsweise, gab es lange keine Haustaubmilben und somit auch keine entsprechenden Hausstaubmilben Allergiker. 

Erst als die Matratzen flächendeckend Einzug erhielt, kamen auch die Hausstaubmilben und somit gab es dann auch entsprechenden Allergiker.

Die Allergie/ das Allergen der Hausstaubmilbe wurde somit direkt durch die „segensreiche“ Zivilisation in das vorher noch hausstaubmilben freie Land gebracht.

 

Hausstaubmilben und Vorratsmilben

Neben den Hausstaubmilben spielen für Allergiker die Vorratsmilben auch eine wichtige Rolle.

Zu den Vorratsmilben zählen die zwei Familien Glycyphagidae und Acaridae.

Die bekanntesten Vorratsmilben sind Acarus siro, Lepidoglyphus destructor und Tyrophagus putrescentiae.

In unserem Artikel über Vorratsmilben finden Sie alle wichtigen Informationen, z.B. warum viele Berufsallergien durch Vorratsmilben ausgelöst werden.

 

Hausstaubmilben waren lange unbekannt

Bereits 1698 wurde schon von der krankmachenden Wirkung des Hausstaubs berichtet.

Im Jahr 1888 untersuchte Cooke ob im Hausstaub Substanzen enthalten sind, die krankmachende Wirkung auf Menschen haben könnten.

Erst seit 1952 ist die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinsus (D. pter., d01) bekannt. 

1964 ermittelte Voorhorst das die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus für die krankmachenden Symptome bei entsprechend disponierten Menschen auf Hausstaub verantwortlich ist.

Von da an stand der Hausstaub und die Milben im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen verschiedener Arbeitsgruppen.

 

Von Bronswik ermittelte, dass sich noch andere Milbenarten im Hausstaub befinden.

Sehr viele Forschungsgruppen befassen sich mit dem Allergen Hausstaub und hier besonders unter Berücksichtigung der Milben. Je länger man sich damit beschäftigte, um so mehr unterschiedliche Milbenarten konnten im Hausstaub gefunden werden.

So konnte ermittelt werden, dass nicht nur die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus allergieauslösende Wirkung hat, sondern auch die Raubmilbe Chyletus eruditus und die Vorratsmilben wie z.B. Acarus siro und Lepidoglyphus destructor.

 

Haben Hausstaubmilben natürliche Feinde?​

Eine interessante Milbe stellt die Raubmilbe Chyletus eruditus dar. Sie ist der Feind der beiden Hausstaubmilben und der Vorratsmilben.

Die Raubmilben fressen nicht nur die Hausstaub- und Vorratsmilben sondern stellen selbst ein Allergen dar.

Etwa 10% aller Milben im Hausstaub stellen die Raubmilben dar wie Chyletus eruditus.

 

Man könnte sagen als, dass man die Raubmilben gezielt gegen die Hausstaubmilben einsetzen könnte, doch da sie, wie Wahl et al. zeigen konnten, selbst allergische Reaktionen auslösen können, ist das nicht sinnvoll. Man würde quasi den Teufel mit dem Belzebub austreiben.