Hausstauballergie

Informationen zur Hausstauballergie, Symptome, Ursachen und Behandlung einfach und schnell erklärt.

Definition: Hausstauballergie

Die Hausstauballergie ist eine perenniale, also eine ganzjährige Allergie.

Hierin liegt u.a. ein wichtiger Unterschied z.B. zum Heuschnupfen, der zumeist nur saisonal in der Pollenflugzeit auftritt.

Die Hausstauballergie zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinsus) und speziell vom Milbenkot und den darin enthaltenden Allergenen verursacht wird.

Häufig wird zwar die Bezeichnung Hausstauballergie verwendet, allerdings wird die Allergie nicht durch den Hausstaub, sondern durch die drin enthaltenen Allergene der Hausstaubmilben und deren Ausscheidungen verursacht.

Daher ist die Bezeichnung "Hausstauballergie" auch nur halb richtig, vielmehr handelt es sich um eine Hausstaubmilbenallergie.


 

Ursache der Hausstauballergie

Wenn von einer Hausstauballergie gesprochen wird, handelt es sich grundsätzlich um eine Überreaktion des Immunsystems und die damit verbundene allergische Reaktion auf die Allergene der Hausstaubmilbe.

Die aggressiven Allergene, die die Allergie auslösen, befinden sich sowohl in abgestorbenen Milbenkörpern und im Milbenkot

Diese mikroskopisch kleinen Partikel werden zusammen mit dem Staub aufgewirbelt und gelangen über die Atemluft in den menschlichen Köper.

Vermehrt und häufiger findet dies in den Heizperioden statt, wenn die Innenräume schlechter gelüftet werden und die Raumluft warm und trocken ist. 

Sensibilisierung

Das Immunsystem reagiert auf die Allergene der Milben, indem es zunächst Antikörper bildet.

Die Antiköper binden sich an bestimmte Zellen und eine Sensibilisierung setzt ein. 

Zu diesem Zeitpunkt besteht noch keine Allergie, der Köper ist in einer "Vorstufe", er ist sensibilisiert auf die Allergene und speichert diese als Bedrohung, auf die das Immunsystem bei weiterem Kontakt reagieren soll. 

Symptomatik

Kommt es erneut, oder zu intensiverem Kontakt mit dem Allergen, setzen die sensibilisierten Zellen chemische Stoffe frei (Histamin).

Diese chemischen Stoffe lösen dann die allergische Reaktionen des Immunsystems aus.

Die typischen Symptome einer Allergie, wie Niesen, laufende Nase, geschwollenen Schleimhäuten, juckender Augen, Müdigkeit und körperlicher Abgeschlagenheit machen sich bemerkbar.

Bei allergischen Reaktionen der Atemwege, wird dies als allergischer Schnupfen oder allergische Rhinitis bezeichnet.

Detaillierte Informationen zu:

 

Symptome der Hausstaubmilbenallergie

 

Die typischen Symptome der Hausstaubmilbenallergie ähneln denen eines Heuschnupfens oder einer Gräser- bzw. Pollenallergie sehr stark.

Die Schleimhäute schwellen an, es kommt zu dauerhaftem (allergischem) Schnupfen, laufender Nase, Niesanfällen und geschwollenen, juckenden Augen.

Eines ist allen Personen mit einer Hausstauballergie gemein, die Symptome sind zumeist beim Aufwachen am Morgen schon sehr unangenehm.

Da sich bei Allergien mit starken Beschwerden sich viele Allergiker*innen sehr schlapp und müde fühlen.

 

Im Verlauf der Allergie kann es auch zu asthmatischen Beschwerden wie Husten, pfeifender Atmung und häufig auch Kurzatmigkeit kommen.

Im Vergleich zum Heuschnupfen, hervorgerufen zu einer Pollenallergie sind die Symptome bei einer Hausstauballergie meist ähnlich und können daher oft verwechselt werden, aber die Betroffenen haben die Symptome fast ausschließlich in Innenräumen und meist weniger stark, als die Vergleichsgruppe der Pollenallergiker*innen.

Da die Hausstauballergie allerdings nicht vom Pollenfug oder Jahreszeiten abhängig ist, treten die Beschwerden dafür das ganze Jahr über auf.

 

Nachts und morgens leiden Hausstauballergiker*innen besonders, denn dann sind die Beschwerden meist am stärksten. Der Grund dafür ist einfach erklärt, in Matratzen, Kissen, Decken und Bettbezügen tummeln sich besonders viele Hausstaubmilben, die für die Reaktion des Immunsystems verantwortlich sind.​

Die Verursacher der Allergie tummeln sich oft millionenfach dort, wo auch wir uns gerne aufhalten und wohlfühlen, in unseren Betten, auf der Couch oder anderen textilen Einrichtungsgegenständen.  

 

Die typischen Symptome der Hausstaubmilbenallergie sind:

  • Allergischer Schnupfen

  • Allergisches Asthma

  • Niesreiz

  • Anschwellen der Schleimhäute

  • Juckende und tränende Augen

  • Atemprobleme

  • Dauerhaft verstopfter oder laufender Nase

  • Abgeschlagenheit

  • Müdigkeit

  • Hautausschlag 

Wie werde ich die allergischen Symptome wieder los?

Um die Beschwerden der Allergie schnell loszuwerden, sollten Sie sofort die Menge der Hausstaubmilben in Ihren Wohn- und Schlafräumen reduzieren.​ Benutzen Sie dazu ein Milbenspray und verwenden sie für Ihre Betten Allergiker Bettwäsche - Encasings.

Danach wenden Sie sich an einen Allergologen oder eine Allergologin und besprechen das weiter Vorgehen.

Sie haben mehrere Möglichkeit zur Behandlung. Informationen finden Sie hier im Kapitel "Behandlung einer Hausstauballergie"

Diagnose einer Hausstauballergie

Sofern gesundheitliche Beschwerden im Wohnbereich auftreten, hier besonders im Schlafraum, die wie Heuschnupfen oder sogar Asthma anmuten, wird dringend empfohlen in die Praxis eines/r Allergologen/in aufzusuchen.

Es sollte dringend geklärt werden, ob es sich bei den gesundheitlichen Beschwerden um eine Allergie handelt oder eine andere Erkrankung.

Zunächst wird der Arzt oder die Ärztin eine Anamnese durchführen, d.h. sie werden u.a. ganz genau befragt, wo wie und wann die Symptome auftreten. 

 

Tipp: Um da genau darauf antworten zu können ist es sinnvoll, wenn sie schon vorher ein Allergietagebuch führen, in dem sie eintragen, wann, wo und in welcher Form die Symptome bei ihnen auftraten.

Das erleichtert dem Arzt /der Ärztin dass Allergen besser einkreisen zu können, um die richtigen Untersuchungen bei ihnen durch zu führen.

Wenn der Verdacht auf eine Allergie besteht, kommen verschiedene Untersuchungen in betracht.

Diagnosemöglichkeiten

Sog. in-vivo Untersuchungen, d.h. die Untersuchungen werden am Menschen durchgeführt.

Hierzu zählen die klassischen Allergietest, wie Haut- und Provokationstests.

Mit dem Hauttest (Prick-Test) kann herausgefunden werden, ob man auf bestimmte Stoffe allergisch reagiert.

Dabei werden mögliche Allergene auf den Unterarm aufgetragen. Anschließend wird die Haut an diesen Stellen leicht eingeritzt, damit die Substanzen in die Haut gelangen können.

Werden diese Stellen rot und schwellen an, handelt es sich um eine allergische Reaktion gegen das dort aufgetragene Allergen.

Mit dem Provokationstest werden Allergene z.B. mit einem Spray oder in Tropfenform auf die Schleimhäute der Nase oder auf die Bindehaut aufgetragen. Wenn die Schleimhaut anschwillt, die Nase anfängt zu laufen, oder heftiges Niesen folgt, spricht dies für eine allergische Reaktion.

In-vitro Untersuchung, d.h. die Untersuchungen auf Allergien erfolgen im Labor mit einer BlutuntersuchungSerum durchgeführt.
 

>> Erfahren Sie hier alles zu Hausstaubmilbenallergie Tests<<

 

Behandlung einer Hausstauballergie

Um die Beschwerden der Hausstaubmilbenallergie loszuwerden lassen sich drei wichtige Ansätze verfolgen:

  1.  Sie müssen den Kontakt mit den Allergenen vermeiden

  2. ​Sie können die Symptome medikamentös behandeln.

  3. Sie können die Allergie therapieren - über die sogenannte Spezifische Immuntherapie, oder auch Hyposensibilisierung.

 

Den Kontakt mit Allergenen vermeiden

Es ist beinahe selbsterklärend, dass zum Beginn der Behandlung gegen die Hausstaubmilbenallergie, die Reduzierung der Verursacher der Beschwerden stehen muss.

 

Sehr häufig bedarf es keiner Medikamente oder einer Therapie um die allergischen Symptome zu reduzieren.

 

Denn oft lassen sich die allergischen Symptome damit schon auf ein erträgliches Maß reduzieren oder verschwinden sogar ganz.

Verwenden Sie zur Behandlung aller Oberflächen ein Milbenspray um die Milben abzutöten.

 

Hausstaubmilben sind sehr klein und messen gerade einmal 0,1 bis 0,5 Millimeter (lesen Sie hier alles über Hausstaubmilben).

Dass sie sich Milben aller Art im Hausstaub tummeln ist völlig normal und kein Zeichen mangelnder Hygiene, es gehört zu unserem natürlichen Ökosystem dazu. Milben sind Parasiten, denn Sie suchen die menschliche Nähe, da sie sich hauptsächlich von Hautschuppen ernähren.

Wir Menschen verlieren vor allem dort Hautschuppen, wo wir mit der Haut, viel und lange Kontakt zu Oberflächen haben, also zum Beispiel in unseren Bett. Aus diesem Grund treten die allergischen Symptome der Hausstauballergie auch besonders nachts und früh morgens auf.

Hier sollten Sie zuerst tätig werden und die Hausstaubmilben bekämpfen.

Die meisten der ungebetenen Gäste leben in der Matratze, ein feuchtwarmes Klima und ausreichend Nahrung bieten einen optimalen Ort um zu leben. Allergiker Bettwäsche, sogenannte Schutzbezüge auch Encasing genannt verhindert, dass Sie in Kontakt mit den Allergenen kommen.

 

Die Eigenschaften der Encasings verhindern den Kontakt, weil:

  • Die Porengröße der Bezüge 0,5 Mikrometer oder weniger beträgt.

  • Sogar die Nähte so verarbeitet sind, dass die Allergene und die Hausstaubmilben selbst keine Chance haben durchzukommen.

  • Die Bezüge Wasserdampf durchlassen, sodass Sie nicht schwitzen. 


Um die Anzahl der Milben in Ihrem Schlafzimmer zu reduzieren, sollten Sie Staubfänger reduzieren, darunter fallen:

  • Bettkästen

  • langen, schweren Vorhänge

  • offenen Regale und Schränke

  • Kuscheltiere und Kunstpflanzen

 

Sie müssen regelmäßig Staubwischen und lüften um das "Wohlfühlklima" der Milben zu verändern.

Hausstaubmilben fühlen sich bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent am wohlsten.

Wenn Sie regelmäßig und mehrmals am Tag lüften, können Sie die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Schlafzimmer auf etwa 50 Prozent senken.

Auch die Temperatur sollte deutlich unter 25°C liegen, damit sich die Milben nicht wohlfühlen.

Wer messen möchte, wie hoch die Hausstaubmilbenbelastung ist, kann sich einen Hausstaubmilben-Test bei uns oder in der Apotheke kaufen. Damit lässt sich die Menge der Allergene und die Stärke der Belastung messen. Liegt der Wert unter zwei Milligramm, so reduziert sich das Risiko für Beschwerden bei Allergiker*innen deutlich.

Medikamentöse Behandlung

Zur Behandlung der Beschwerden stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung:

  • Antihistaminika

  • Kortikosteroide

  • Chromone

  • Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten

  • abschwellende Nasentropfen und -sprays

Spezifische Immuntherapie, oder auch Hyposensibilisierung

Eine Methode, um langfristig unempfindlicher gegen die Allergene zu werden, ist die Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie).

Bei dieser Behandlung werden ähnlich wie bei einer Impfung regelmäßig niedrige Dosen des Allergens unter die Haut gespritzt oder unter die Zunge gegeben.

Eine spezifische Immuntherapie dauert etwa drei Jahre.

 

Häufigkeit und Verlauf​ der Hausstauballergie

Die allergische Reaktion auf Hausstaubmilben tritt bei Menschen deutlich früher auf, als z.B. die Sensibilisierung auf Gräser- und Baumpollen.

Etwa 5% der deutschen Bevölkerung leidet an der Hausstauballergie*, dass sind derzeit etwa 4,1 Mio. Menschen. Damit ist die Hausstauballergie eine sehr verbreitete Form der Allergie und war bereits im Jahr 2011 auf Platz 5 der häufigsten Allergieformen.

Vor allem Menschen mit allergischem Asthma reagieren sehr häufig mit Beschwerden der Atemwege auf die aggressiven Allergene der Milben.

Dabei sind mehr als 50% aller Atopiker gegen Hausstaubmilben unter 10 Jahre alt.

Zum Vergleich:

  •  ca. 50% der Heuschnupfen Patienten (Gräser/Baumpollenallergie) sind etwa 20 Jahren alt.

 

Über 1/3 der Erwachsenen haben die Veranlagung zur Hausstaubmilbenallergie.

 

Interessant sind dazu die Arbeiten von Herr Professor Dr. med. Ulrich Wahn (Charite Berlin).

Er beschrieb die Entwicklung der Allergien bei Patienten als "allergischen Marsch".

*(Quelle: statista - Anteil der Allergiker an der deutschen Bevölkerung nach Allergie im Jahr 2011)