Methoden der Allergie Diagnostik - Wie kann eine Allergie getestet werden, welche Methoden gibt es?

Informationen für Allergiker und Ratsuchende zur Allergie, einfach und verständlich erklärt

Wir beschäftigen uns in diesem Kapitel mit den Methoden der Allergie-Diagnostik.

Wie kann eine Allergie getestet, bzw. festgestellt werden?

Wir beleuchten dabei insbesondere die in-vito Diagnostik und die spezifische IgE Messung.

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Dr. Rüdiger Wahl

Allergie Experte und Autor

Allergie Experte, Forscher und ehem. Mitglied des CIA (Cillegium internationale Allergologicum)

Mit über 40 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Allergie Forschung

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C. Ellmers

CEO avantal.de und Autor

Gründer Ellmers & Partner GmbH

Gesellschafter und Unternehmer 

 

In-vitro Allergie Diagnostik (IVD) 

                                         

Neben der In-vivo Allergie Diagnostik (IV) wie Hauttests und Provokationstests spielt die In-vitro Allergie Diagnostik (IVD) eine sehr wichtige Rolle bei der Abklärung der allergischen Erkrankung beim Patienten

Die IVD war erst möglich, nachdem Johansson (Schweden) und das Forscherehepaar Ishizaka (USA) 1967 das IgE (Immungliobuln E) im Blut/ Serum des Menschen gefunden hatten.

Deren Konzentration liegt im Nanogramm Bereich.

Wie die In-vitro Allergie Diagnostik durchgeführt wird

Die In vitro Allergie Diagnostik wird außerhalb des Menschen durchgeführt und zwar mit dem Serum oder Plasma des Patienten. Das Serum kann auf verschiedene Wege vom Arzt/in gewonnen werden:

  • Durch die Zentrifugation des Blutes kann das Serum gewonnen werden. Nach der Zentrifugation steht das Serum über dem Blutkuchen und kann abgegossen (abdekantiert) werden und im Test eingesetzt werden.

  • Man kann das Blut auch ca. 3 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen und der Blutkuchen sinkt ab.Darüber steht das Serum.

  • Auch gibt es so genannte Serumgewinnungsröhrchen wie z.B. von Sarstedt. Damit kann man ganz einfach das Serum gewinnen.

Das Serum kann eine Woche im Kühlschrank bei 2-8°C gelagert werden.

Bei einer längeren Lagerung muss es bei -20°C eingefroren werden. Mehrfaches einfrieren und auftauen sollte vermieden werden. Bei einer Temperatur von 55°C über 3 Stunden geht das IgE kaputt und kann nicht mehr gemessen werden.

 

Mit Vollblut kann die spezifische IgE Messung nicht durchgeführt werden.

10 ml Blut ergeben ca. 3 ml (3000µl) Serum. Für einen Test werden überwiegend 50µl Serum benötigt.

Der erste Test mit dem das spezifische IgE im Serum des Patienten gemessen wurde war der Allergenscheiben RAST (Radio Allergo Sorbent Tests).

Was wird über die In-vitro Allergie Diagnostik (IVD) bestimmt?

Über die IVD wird dem Patienten der Sensibilisierungsgrad bestimmt aber NICHT die Allergie.

Das kann nur über die entsprechenden Provokationstests erfolgen.

Wenn die Grundlage der Allergie das IgE ist, so spricht man von einer Typ I Allergie.

Es gibt noch die Typ II, III und IV Allergie, die noch mit Typ V und VI erweitert wurde.

>>Zu den Typ Klassen der Allergie hier mehr erfahren<<

 

RAST durch EAST ersetzt

Der RAST wurde später durch den EAST (Enzym Allergo Sorbent Test) ersetzt, denn es musste nicht wie beim RAST mit Radioaktivität gemessen werden. Somit konnte er durch Umstellung auf einen enzymmarkierten Antikörper von einer größeren Ärzte-Gruppe durchgeführt werden.

Heute stehen noch das Immuno CAP-System, Flüssigallergensystem etc. zur spezifischen IgE-Messung zur Verfügung.

Allen IVD-Messsystemen ist gemeinsam, dass in dem Serum oder Plasma des Patienten das entsprechende spezifische IgE gemessen wird.

Messung auf ein spezifische IgE

Wenn eine Messung auf Birkenpollen spezifisches IgE im Serum des Patienten erfolgen soll, muss z.B. im Allergenscheiben ELISA (Enzym linked Immuno Assay) u.a. eine Birkenpollenallergenscheibe im Test eingesetzt werden.

Das Ergebnis wird in Klassen, überwiegend 0-6 und Units/ml 0,35 bis 100 ausgedrückt.

Wenn mit dem Serum des Patienten die Klasse größer/gleich 2 gemessen wurde, so spricht man vom klinischen cut off, d.h. hier besteht Handlungsbedarf z.B. in Form einer spezifischen Immuntherapie, die der Allergologe/in in seiner Praxis beim Patienten durchführen muss. Auch können Symptomatika wie Antihistaminika und Cortisonpräparate eingesetzt werden.

Diese spezifischen IgE-Messungen können mit unterschiedlichen Geräten durchgeführt werden, die an eine kleine Praxis oder Großlaboratorien angepasst werden können. Man kann sie manuell, halb- und vollautomatisch durchführen.

Welche Aussagen können dann zur Messung des IgE gemacht werden?

Außer der Messung des spezifischen IgEs kann man auch noch das Gesamt IgE bestimmen, doch das hat bei der Allergie nicht die Aussagekraft wie die Messung des spezifischen IgEs.

Statt der Messung des Gesamt IgEs sollte man lieber die spezifische IgE Messung durchführen, wo z.B. Multiallergenscheiben im Test eingesetzt werden. Das sind Allergenscheiben, an die verschiedene Allergene gekoppelt sind.

Wenn das Ergebnis negativ ist spart man sich die Messung mit diesen Allergenen.

Wenn die Messung positiv ist muss man die Allergene messen, die sich in der Mischung befinden, um das Allergen einzukreisen, um zu ermitteln worauf der Patient sensibilisiert ist und wie er zu behandeln ist.

Ein hoher Gesamt-IgE Spiegel muss nicht gleichbedeutend mit einer hohen Klasse sein und ein niedriger Gesamt IgE Spiegel nicht mit einer niedrigen Allergenklasse.

Im Rahmen der Allergiediagnostik sollten wenigstens der Haut-Prick-Test und IVD vom Allergologen/in durchgeführt werden.

Wie stimmen diese Methoden überein?

Aus der Literatur ist bekannt, dass die Übereinstimmung in der Aussagekraft (IVD zum Haut-Prick-Test) bezüglich des Vorliegens einer Sensibilisierung bei 60 bis 80% liegt.

Eine hohe EAST Klasse muss aber nicht bedeuten das auch eine stark ausgeprägte Hautreaktion vorliegen muss und eine niedrige EAST Klasse muss nicht heißen das eine gering ausgeprägte Hautreaktion vorliegen muss.

Zwischen den Klassen und der Stärke der Hautreaktion besteht kein linearer Zusammenhang.

Aber beide Methoden, In vivo und In vitro, sind wertvolle und wichtige Methoden zur Abklärung der allergischen Erkrankung beim Patienten.

 

Yunginger und Mitarbeiter vertreten darüber hinaus den Standpunkt, dass weder die In vivo Allergie Diagnostik die In vitro Allergie Diagnostik ersetzen kann, noch die In vitro Allergie Diagnostik die In vivo Allergie Diagnostik.

 

Bewertung der Methoden

Jede Methode hat ihren Stellenwert im Rahmen der Allergiediagnostik, wie natürlich auch die Anamnese.

Seit einigen Jahren kann man über IVD auch die entsprechenden Einzelallergene verschiedener Gesamtallergene messen. Das hat aber primär nur wissenschaftliches Interesse und findet in der Praxis, wie z.B. bei der Durchführung der spezifischen Immuntherapie, keine große Umsetzung.

Da die spezifische IgE Messung schon jahrzehntelang durchgeführt wird, stellt sie eine verlässliche Methode dar, um den Sensibilisierungsgrad beim Patienten über das Serum/Plasma zu ermitteln.

Auch mit so genannten Dipstick-Methoden ist das schnell und einfach möglich.

 
 
 
 

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