Allergie im Lauf des Lebens - der allergische Marsch

Informationen für Allergiker und Ratsuchende zum Verlauf der Allergie im Leben des Menschen,

einfach und verständlich erklärt

Forscher und speziell Allergolog*innen sind immer bemüht zu ermitteln, ob es schon früh Anzeichen für eine allergische Erkrankung bei Atopikern (Allergie wird vererbt) gibt.

Welche Allergie und oder Sensibilisierung wird wohl zuerst beim Menschen auftreten und welche zuletzt?

Geht eventuell sogar mit den Jahren die Allergie zurück?

Oder kommen sogar im fortgeschrittenen Alter erst Allergien hinzu?

 

Diese Fragen sollte die Untersuchung zum allergischen Marsch beantworten.

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Dr. Rüdiger Wahl

Allergie Experte und Autor

Allergie Experte, Forscher und ehem. Mitglied des CIA (Cillegium internationale Allergologicum)

Mit über 40 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Allergie Forschung

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C. Ellmers

CEO avantal.de und Autor

Gründer Ellmers & Partner GmbH

Gesellschafter und Unternehmer 

 

Allergie und Ihr Verlauf im Leben - "Der allergische Marsch"

                                             

Herr Professor Wahn von der Charite Berlin viele Untersuchungen an Patienten, deren Krankheitsverlauf über Jahre verfolgt und dokumentiert wurde, durchgeführt.

Seine Bemühungen gipfelten sogar bald darin, dass nicht vom allergischen Marsch sondern vom allergischen Marathon zu sprechen war.

Der allergische Marsch nimmt Bezug auf eine typische Abfolge im Auftreten und verschwinden atopischer Krankheitssymptome der Haut und der Atemwege, so wie bestimmter IgE (Immunoglobulin E) Antworten gegen Nahrungsmittel- und Umweltallergene, wie auch der Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus.

Der allergische Marsch wird ganz wesentlich von genetischen Faktoren geprägt, wobei neueste Untersuchungen darauf hinweisen, dass eine große Vielzahl von Genen die Krankheitsmanifestitationen bestimmt; wobei einige von ihnen phänotypspezifisch sind.

 

Die Umwelt hat Einfluss auf die Allergie

In den letzten Jahren haben wir sehr viel dazu gelernt, welchen Einfluss Umwelt und Lebensfaktoren auch auf das Krankheitsbild der Allergie haben. All diese Untersuchungen dienen dazu, auch Schritte zur Prävention mit einzuleiten.

Kleinkinder und Allergien im Kindesalter

Im Allgemeinen sind klinische Krankheitsmanifestationen bei der Geburt nicht erkennbar, obwohl die IgE Produktion bereits mit der 11. Fetalwoche einsetzt.

Spezifische IgE Antikörper gegen Nahrungsmittel- oder Inhalationsallergene sind mit Standardmethoden im Nabelschnurblut nicht nachweisbar.

Doch bereits während der ersten Lebensmonate des Kleinkinds entwickeln sich spezifische IgE Antworten vor allem gegen Nahrungsmitteleiweißstoffe (Proteine), insbesondere des Hühnereis und des Kuhmilcheiweiß.

Bei Hühnerei ist es überwiegend das Eiweiß, obwohl es auch Sensibilisierungen gegen das Eigelb gibt.

Die Hühnereiallergie scheint sich noch vor dem zweiten Lebensjahr des Kleinkindes zu entwickeln.

In 55% der Fälle ist sie bis zum 6 Lebensjahr wieder verschwunden.

Erst zwischen dem 1. und 10. Lebensjahr wird eine IgE vermittelte Sensibilisierung aus der Außenluft (Gräser- Baumpollen) oder dem Innenraummilieu beobachtet.

 
 

Haustiere und Allergien

 

Bedenken sie aber auch, in dem Fell der Katze befinden sich mit Milben und Schimmelpilze, so auch die Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus.

Das muss bei einer vermeintlichen Katzenallergie (Tierhaarallergie) mitberücksichtigt werden.

Nicht dass es sich um eine Milben- und nicht Tierhaarallergie handelt und sie fälschlicher Weise ihr geliebtes Tier aus dem Haus geben mussten und sie es vermieden hätten können, wenn sie z.B. eine spezifische Immuntherapie auf die Hausstaubmilbe gemacht hätten, bei nachgewiesener Hausstaubmilbenallergie und negativem Ergebnis auf die Katze, und sie zum Schutz vor den Milben noch Encasings und Acarizide eingesetzt hätten.

Bei der Katze sind auch nicht direkt die Haare das Allergen.

Diese tragen nur das Allergen, das aus dem Speichel kommt und von der Katze durch das Lecken des Fells über die Haare verteilt wird.

Das wichtigste Allergen ist bei der Katze das Fel d1, das im Speichel der Katze vorkommt.

Es zeigte sich, dass IgE Antikörperantworten, die sich bereits im Säuglingsalter gegen Nahrungsmittelproteine entwickeln, als früheste „Atopieerkenner“ für eine allergische Reaktivität der nachfolgenden Sensibilisierungen auf „Luftallergene“ wie auch die der Hausstaubmilbe Dermatophagoides pterobnyssinus  aufgefasst werden müssen.

Hier: Alles über Tierallergie - Tierhaarallergie

Die erste Allergie äußert sich in der Neurodermitis - die atopische Dermatitis

Die erste klinische Krankheitssymptomatik ist in der Regel die atopische Dermatitis (Neurodermitis) (Hauterkrankung),

die bei Atopikern festgestellt werden kann.

Hier könnte man durch Einsatz von Neurodermitis Anzügen therapiebegleitend unterstützen.

Hier: Alles zum Thema Neurodermitis

 
 

Heuschnupfen

Die saisonale Rhinokonjunktivitis, wie z.B. Heuschnupfen, ist im Allgemeinen in den ersten beiden Lebensjahren des Kleinkindes nicht erkennbar.

Hier: Alles zum Thema Pollen und allergische Reaktionen

Schimmelpilze

Schimmelpilze wie Alternaria tenuis, Cladosporium herbarum, Penicilium notatum, Aspergillus fumigatus etc. spielen bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes keine Rolle, diese entwickeln sich erst später.

Hier: Alles zum Thema Allergie und Schimmelpilze

 

Allergie im Alter

Wenn man den allergischen Verlauf weiterverfolgt hätte, hätte man festgestellt, dass das was man noch vor 40 Jahren gelernt hatte, nämlich das mit den Jahren die Allergien abnehmen, nicht mehr zu trifft.

Jetzt stellte man fest, dass bei Menschen im fortgeschrittenen Alter Allergien, wie z.B. auf Gräser- und Baumpollen, auftraten, mit einmal. Der Grund dafür ist noch nicht erschlossen.

Hier stellt sich auch die Frage, können die ermittelten Behandlungsschemata auch bei älteren Menschen größer/gleich 65 Jahre angewendet werden, oder müssen dazu extra klinische Studien durchgeführt werden? Welche Gruppe geht in solche klinischen Studien mit ein? Bei welchem Alter hört es auf?

Also jede Meinung muss deutlich hinterfragt werden und ab und an auf den wissenschaftlichen Prüfstand gestellt werden.

Hier: Speziell - Neurodermitis im Alter

 

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