Allergie Prävention

Autor

Dr. Rüdiger Wahl

Co-Autor

C. Ellmers B.A. Pol

Allergie Experte, Forscher und ehem. Mitglied des CIA (Cillegium internationale Allergologicum)

Mit über 40 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Allergie Forschung

Founder Ellmers & Partner GmbH

letztes Artikel-Update vom: 19.01.2021

Die Prävention spielt im Rahmen der Allergenvermeidung eine sehr wichtige Rolle.

Hier sollen Tipps gegeben werden, wie man die Prävention so gut es geht im täglichen Leben, besonders als Allergiker, umsetzen kann.

Im folgenden haben wir 15 wertvolle Tipps zur Prävention bereitgestellt und

stellen am Ende noch die Urwaldtheroie vor.

 

Es soll dabei erstmal nicht auf spezielle allergische Erkrankungen Bezug genommen werden, sondern allgemeine Tipps gegeben werden, wobei sie bitte entscheiden mögen, welche Art der Prävention bei ihrer allergischen Erkrankung für sie am geeignetsten zu seien scheint.

Tipp 1 - Allergie Prävention - Bettwäsche

Die Bettwäsche muss regelmäßig gewechselt und gewaschen und ggf. mit Encasings, milbenundurchlässiges Material, überzogen werden. Dabei bitte nicht die Matratze vergessen (Milbenallergiker).

>> Informationen zu Encasings finden Sie hier<<

Tipp 2 - Allergie Prävention - Staub wischen

In der Wohnung sollte man auf sogenannte Staubfänger verzichten. Auch wenn es etwas ungemütlich zu sein scheint, sollten die Möbel leicht feucht abwischbar sein und auf Teppiche sollte verzichtet werden (hier geht es darum, allergenes Material leichter entfernen zu können). Ergänzend hierzu können z.B. Hausstaub / Milben- Allergiker auch Akarizide zum Einsatz bringen.

>> Informationen und Empfehlungen zu Akariziden finden Sie in diesem Artikel<<

Tipp 3 - Allergie Prävention - Rauchen

Jegliche unspezifische Reizung der Atemwege, wie z.B. durch Zigarettenrauch muss vermieden werden.

Bitte denken sie auch daran, dass dazu auch das Passivrauchen zählt. 

Tipp 4 - Allergie Prävention - Kleidung ausziehen

Zur Pollenflugzeit soll man sich nicht im Schlafzimmer aus- bzw. umziehen sondern z.B. im Badezimmer.

Somit vermeiden Sie, dass die Pollen, die sich in der Kleidung befinden, in den Schlafbereich hereingetragen werden. Wenn Sie die "belasteten" Kleidungsstücke ins Schlafzimmer tragen können die Allergene über Nacht von ihnen eingeatmet werden und es kann zu allergischen Beschwerden kommen. 

Indem Sie die Kleidung draußen lassen, können Sie dies verhindern.

Tipp 5 - Allergie Prävention - Haare waschen

Sie sollten versuchen sich täglich die Haare zu waschen, um die Pollen daraus zu entfernen. Dies kann die Belastung deutlich vermindern.

Tipp 6 - Allergie Prävention - Wäsche trocknen

Um die Kontamination der gewaschenen Wäsche mit Pollen zu vermeiden, sollte die Wäsche drinnen, z.B. im Trockner getrocknet werden und nicht draußen, damit sich darin keine Pollen sammeln können.

Tipp 7 - Allergie Prävention - Lüften

Abhängig wo man wohnt soll man zu bestimmten Zeiten die Fenster geschlossen halten. So hat man in der Stadt morgens zwischen 6 und 8 Uhr die niedrigste Pollenkonzentration und auf dem Land von 19 bis 24 Uhr gemessen.

Die Messung kann über eine sog. Pollenfalle erfolgen.

 

Tipp 9 - Allergie Prävention - Pollenschutzgitter

Vor das Fenster können Sie sogenannte Pollenschutzgitter spannen.

Sinnvoll sind diese verständlicher Weise nur in der Pollensaison und nach einer Saison sollten sie ausgetauscht werden. Wenn sie Birkenpollenallergiker sind, sollten sie in einem vergleichsweise warmen Winter, bereitzs im Dezember damit beginnen, denn da fliegen schon die Haselpollen und wie wir gelernt haben, gibt es zwischen den Birken-und Haselpollen eine Kreuzreaktion, demnach können Birkenpollenallergiker schon im Dezember auf die Haselpollen reagieren.

 

Tipp 10 - Allergie Prävention - Haustiere

Auch wenn es möglicherweise schwer ist, sollten Sie als Allergiker keine Haustiere halten.

Warum das so ist, erfahren Sie hier in unserem Kapitel zur Tierallergie.

Allerdings gibt es eine interessante Untersuchung, die zeigte, dass das Halten von zwei Hunden vorteilhaft sein kann.

Hier spielen die Endotoxine (s.u.) eine Rolle. Allerdings muss dies noch weiter untersucht werden.

 

Tipp 11 - Allergie Prävention - Berufsallergien

Berufliche Pläne sollte man besonders als Atopiker gut überdenken, ggf. sollte man das mit seinem Allergologen/in besprechen. So atmet der Bäcker viel Mehlstaub ein das auch mit Vorratsmilben kontaminiert sein kann oder dem Reismehkäfer (Tribolium confusum), der auch Allergien auslösen kann.

"Augen auf bei der Berufswahl" - Dieses Sprichwort gilt in einigen Bereichen, für Allergiker in besonderem Maße.

 

Tipp 12 - Allergie Prävention - Achtung bei Unfall

Latexallergiker könnten darüber nachdenken einen Art Information bei sich zu tragen, damit nicht, z.B. bei der Behandlung eines Unfalls, er durch die Sanitäter mit Latexhandschuhen in Kontakt kommt und es zu einem allergischen Zwischenfall kommt.

 

Tipp 13 - Allergie Prävention - Allergietagebuch

Um zu sehen, was so gut es geht zu meiden ist, sollte ein Allergentagebuch geführt werden, wo sie ihre Beobachtungen eintragen. Dies hilft gerade in der Einstellungsphase, am Anfang einer Allergie um Ihrem Arzt zur Eingrenzung des Allergens und der Begleitumstände hilfreiche Informationen geben zu können.

Tipp 14 - Allergie Prävention - Stress vermeiden

Studien ergaben, dass Stress bei fast jedem dritten Allergiker die Allergien verschlimmert, deshalb sollte man an den Einsatz von Entspannungsmethoden denken, wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder Yoga.

Tipp 15 - Allergie Prävention - Insektengiftallergie

Auf eine Prävention möchte soll in diesem Kontext doch noch explizit eingegangen werden, da diese Allergie lebensbedrohend sein kann, nämlich die Prävention bei einer Insektengiftallergie.

  1. Das größte Risiko besteht da bei Aktivitäten im Sommer.

  2. So sollen Haarsprays, Parfüms etc. vermieden werden, da das die Insekten anzieht.

  3. Bei der Gartenarbeit sollen Handschuhe, lange Hosen und Hemden mit langen Ärmeln getragen werden.

  4. Von den Nahrungsgründen der Insekten muss man sich fern halten, wie Blumenerde, Kleefelder, Obstgärten mit reifer Frucht und Gemüseständen.

  5. Beim Essen draußen sollte man Marmeladen, Honig, süße Früchte und süße Getränke wie z.B. Cola meiden.

  6. Man sollte z.B. einen Autoinjektor mit sich führen, den man bei einem Insektenstich schnell selbst einsetzt, aber auch gleich den Arzt bitte rufen. Es kann lebensgefahr bestehen (anaphylaktischer Schock).

  7. Sinnvoll wäre auch, wenn man eine Plakette z.B. als Armband bei sich tragen würde, die sie als entsprechenden Insektengiftallergiker kennzeichnet.

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Die Urwaldtheorie in der Allergie Prävention

 

Ein neuerer Ansatz der Prävention stellt die Urwaldtheorie dar.

Diese Beobachtung wurde zum ersten mal von einem Schweizer Arzt auf dem Land gemacht.

 

Kurz heißt es:

Geringere Hygiene und Leben auf dem Land kann eine optimale Prävention sein, um allergischen Erkrankungen vorzubeugen. Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin.

Bei der so bezeichneten Urwaldtheorie spielen die Endotoxine die entscheidende Rolle, sie sind Bestandteil der Membran grammnegativer Bakterien, die vermehrt durch Geflügel und Haustiere im Stall auf dem Bauernhof vorkommen.

So stellte man fest, dass die Endotoxinkonzentration in Betten bei Bauernkinder deutlich höher lag als bei nicht Bauernkindern.

Je höher die Endotoxinkonzentration war, desto weniger Heuschnupfen und asthmatische Beschwerden konnten bei den Kindern festgestellt werden.

Das Endotoxin scheint aber nur in frühester Kindheit einen Schutzeffekt auf das atopische Asthma und Heuschnupfen zu haben.

Dieser Ansatz klingt für uns als sehr interessant und wir können durchaus empfehlen, sich mit der Urwaldtheorie und dem Einfluss von Endotoxinen auf die Allergie zumindest aus wissenschaftlicher Sicht zu befassen.

Da gibt es allerdings noch viel zu tun.

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